Diese Tour habe ich mit vier Radlfreundinnen und -freunden des Bayerischen Waldvereins, Sektion Passau, gemacht.

Gesamtlänge: 271 km, Etappenlängen: 80 km inkl. 22 km Ausflug, 67 km, 77 km, 47 km

Etappen
1. Tag: Passau - Mühlheim am Inn - Altheim - Burgschänke Frauenstein
2. Tag: Mühlheim am Inn - Burghausen - Tittmoning - Wildshut
3. Tag: Wildshut - Burghausen - Simbach - Mühlheim am Inn
4. Tag: Mühlheim am Inn - Passau

Streckenverlauf
Von Passau nach Vornbach radeln wir auf deutscher Seite und legen beim Dorfbäcker eine Pause ein, ehe wir nach Neuhaus am Inn fahren, dort die alte Brücke nach Schärding überqueren und dem Radweg Richtung Reichersberg folgen. Bei Suben hören wir den Lärm von der Autobahn, die aber bald nach Süden abbiegt. Es folgt ein schöner Abschnitt, meist mit Blick auf den Inn. In Reichersberg besichtigen wir den Innenhof des Klosters, die Klosterkirche und den Klostergarten. Um Höhenmeter zu sparen, fahren wir 4 km auf der Straße nach Obernberg, wo wir beim "Griechen" am Stadtplatz zur Mittagsrast einkehren.
Vom Obernberger Stadtplatz geht es steil hinab zur Straße, die von der Innbrücke her kommt. Wir überqueren diese und fahren auf dem Innradweg. nach Kirchdorf, wo wir die schöne gotische Kirche besichtigen. Nach wenigen km erreichen wir die Mühlheimer Ache. Der Radweg führt ein kurzes Stück vom Inn weg und an der Ache entlang zu einer Brücke. Dort biegen wir links ab in den Ort Mühlheim hinein zum Höllerhof, unserem ersten Quartier, wo wir schon gegen 16 Uhr ankommen, zum Abendessen noch zu früh.
Wir entschließen uns zu einem Abstecher an der Ache entlang nach Altheim und von dort zur Ausgrabungsstätte "Villa Rustica" in Weirading bei Altheim. Zu sehen sind die Grundmauern eines römischen Bades. Über Altheim und an der Ache entlang fahren wir zurück zur Brücke, überqueren diese nun und gelangen bald zur Burgschänke Frauenstein, wo uns der "Brandner Kaspar" leckere Speisen und süffige Getränken serviert und wir es uns gut gehen lassen. Der Ober, der uns bedient, erzählt uns einiges über die jährlichen Theateraufführungen, die dort gegeben werden. Er selbst gehört dem Theaterverein und dem Ensemble an. Wer errät, welche Rolle er schon gespielt hat? In einem Nebengebäude informiert uns eine naturkundliche Ausstellung sehr anschaulich über den Inn, die dortige Staustufe und die dortige Vogelwelt. Die sechs km zurück zum Quartier packen wir "mit links".

Am zweiten Tag steht die Salzach auf unserem Plan. Aber da müssen wir erst mal hinkommen. Zunächst geht es noch gemütliche 25 km, wieder nach Frauenstein, dann über Braunau bis in die Nähe der Salzachmündung. Aber dann: bergauf, bergab, bergauf. Netto sind es knapp 150 Höhenmeter hinauf, aber zwischendrin auch wieder gut 80 Höhenmeter bergab. Beim Waldgasthof in Duttendorf angekommen, müssen wir feststellen, dass dieser erst um 16 Uhr öffnet, außer Sonntag und Feiertag. Wir rasten und genießen die herrliche Aussicht auf den Ort Burghausen und seine Burg. Dann folgen wir weiter dem Tauernradweg 3A, vorsichtig steil hinab zur Salzach. Unten radeln wir zunächst einige Meter flussab, um zu einer Stelle zu kommen, an der wir sehen, wie sich die Salzach in das Tal eingegraben hat. An beiden Ufern ragen steile Felswände empor. Jetzt knurrt der Magen. Nichts wie ab nach Burghausen hinein, wo wir auf dem Stadtplatz im Gasthof Zur Post ein schattiges Plätzchen finden und uns stärken.
Am Nachmittag bleiben wir bis Tittmoning am deutschen Ufer der Salzach,. Der Weg ist offiziell auf keiner Karte eingezeichnet, weil er bei hohem Wasserstand nicht und nach Starkregen kaum passierbar ist. Wir haben uns aber erkundigt und wissen, dass wir fahren können. Einige km nach Reitenhaslach wird es jedoch abenteuerlich. Auf einigen 100 Metern handelt es sich um eine schmale Rad-Cross-Strecke. Wer sein Rad liebt, der schiebt. Wir kommen durch, wenn wir auch bezweifeln, ob wir uns das auf dem Rückweg auch antun wollen. Nach dieser Cross-Strecke führt eine kleine Brücke über einen Zufluss, dann folgt wieder ein gut befahrbarer Weg. Nach einer Kaffeepause in Tittmoning wechseln wir hinüber auf die österreichische Seite und erreichen dort bald das Stiegl-Gut in Wildshut, unserem zweiten Quartier. Der Gastgarten liegt schattig im Carré der Gast-, Guts- und Brauereigebäude. Das Essen schmeckt ausgezeichnet. Die Biere sind mit den im Ökogut selbst angebauten Urgetreidesorten gebraut. Das macht sich im Preis bemerkbar, aber eben auch im Genuss.

Am dritten Tag treten wir die Rückreise an. Nach reiflicher Überlegung haben wir drei Alternativen zur der Rad-Cross-Strecke verworfen und bewältigen sie mutig nochmal. Mittagsrast in Burghausen, dann zur Abwechslung eine neue Strecke. Zunächst fahren wir Richtung Marktl. Zur Burghausener "Oberstadt" müssen wir erst mal steil bergauf radeln bzw. schieben. Am Ortsrand, im Chemie-Dreieck, zweigen wir vom Weg entlang der B8 rechts ab in Richtung Neuhofen, Heiming und Niedergottsau. Östlich von Stammham / Marktl erreichen wir den Innradweg und folgen diesem über Seibershof und Bergham bis zu einem Badesee in einem Altwasser des Inn. Dort kehren wir beim "Wirt z'Bergham" ein, ehe wir über Simbach und Ering die Burgschänke Frauenstein erreichen. Gut gestärkt packen wir auch noch die letzten 6 km bis zum Quartier in Mühlheim, das wir schon von der ersten Nacht her kennen. Die Gastgeberin erwartet uns schon und der Abend klingt bei einem Schoppen Wein aus.

Am vierten Tag fahren wir über Obernberg und die dortige Innbrücke auf das linke Innufer. Der Radweg ist auf einem Damm angelegt, den wir aber zwischen Inn-km 31 und 30 verlassen. Der Weg unterhalb des Dammes führt uns nach Würding und Hartkirchen. Im Gasthof Loher in Hartkirchen machen wir Mittagsrast. Über Reding erreichen wir Neuhaus am Inn, wo sich unser österreichischer Radlfreund von uns verabschiedet. Wir radeln über Vornbach, nicht ohne beim Dorfbäcker einzukehren, nach Passau zurück. Schön war's. Bemerkenswert: Die E-Biker nahmen Rücksicht und haben immer wieder auf die "Muscle-Biker" gewartet. So blieb die Gruppe immer beieinander.